Bauen, bewegen, retten: Einblicke ins ZVB/RDZ-Provisorium
Ein Provisorium klingt zunächst nach einer einfachen Lösung auf Zeit. Wie viel Planung und Infrastruktur dennoch dahinterstecken, zeigte sich am Donnerstagabend beim Anlass der Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Gesellschaft des Kantons Zug (AWG). Gut 90 Personen nutzten die Gelegenheit, mehr über den neuen, temporären Standort von ZVB und Rettungsdienst zu erfahren.
Die beiden Provisorien auf dem ehemaligen Gaswerkareal wurden diesen Sommer in Betrieb genommen. Sie sorgen dafür, dass die Zugerland Verkehrsbetriebe (ZVB) und der Rettungsdienst Zug (RDZ) auch während des Neubaus ihres künftigen Hauptstützpunktes weiterarbeiten können. Umgesetzt wurde das Projekt in mehreren Etappen von der Landis Bau AG gemeinsam mit der Strüby Konzept AG.
Der Abend begann im Kaufmännischen Bildungszentrum Zug. Nach der Begrüssung durch AWG-Präsident Felix Horber eröffnete Letizia Rust, Verwaltungsratspräsidentin und Inhaberin der Landis Bau AG, die Referate mit einem Blick auf mehr als 260 Jahre Zuger Baugeschichte. Die Wurzeln der Landis Bau reichen bis ins Jahr 1759 zurück. Seither war das Unternehmen an zahlreichen Gebäuden beteiligt, die Zug bis heute prägen – vom Regierungsgebäude über die Post bis zum ersten Zuger Hochhaus.
Besonders hängen blieb die Geschichte des ersten Zuger Bahnhofs. Leonz Landis baute ihn 1864. 1898 wurde das Gebäude Stein für Stein abgetragen und nach Wollishofen versetzt, wo es bis heute steht. Rust bemerkte dazu, Nachhaltigkeit sei bei Landis Bau offenbar schon damals grossgeschrieben worden.
Geschäftsführer Franz Aebli holte das Publikum danach zurück in die Gegenwart. Dass auch ein Bau auf Zeit beträchtliche Dimensionen annehmen kann, machten seine Zahlen deutlich: Bereits in einer frühen Bauphase wurden rund 14’000 Tonnen belastetes Aushubmaterial abgetragen und entsorgt, 600 Meter Kanalisation verlegt und 55 Schächte eingebaut.
Danach ging es vom Bauen zum Bewegen und Retten. ZVB-Unternehmensleiter Cyril Weber schilderte die Anforderungen eines Verkehrsbetriebs, dessen rund 80 Busse auch während des Neubaus zuverlässig unterwegs sein müssen. Elmar Bürgi, Leiter Rettungsdienst Zug, zeigte, welche Anforderungen die RDZ an seinen temporären Stützpunkt stellt. Auch am provisorischen Standort muss die Einsatzbereitschaft jederzeit gewährleistet sein.
Nach den Referaten wechselten die Gäste den Schauplatz. Walter Ulrich, Leiter Betrieb der ZVB, führte durch das Provisorium und machte die zuvor beschriebenen Abläufe vor Ort sichtbar.
So wurde aus einem Abend über ein Provisorium eine Reise durch Zuger Baugeschichte, Mobilität und Rettungswesen. Nach dem Schlusswort von Felix Horber klang der Anlass bei einem Apéro Riche beim Rettungsdienst Zug aus.
